Location ist das A und O

Dass Location und das „Finden der Fische“ mit das – wenn nicht sogar DAS – Wichtigste am Angeln ist, wird einem ja immer wieder gepredigt, und ich weiß aus meiner langjährigen Erfahrung, egal welche Fischart man beangelt, man kann Fische nur dort fangen, wo sie sich auch aufhalten. Die besten Köder, mögen sie mit noch so viel Liebe zum Detail hergestellt sein, die ausgeklügeltsten Futterstategien helfen nichts, wenn man den falschen Spot im Visier hat.
Aber alles der Reihe nach: Auch ich habe mich kürzlich „in die Falle locken“ lassen, und an einem bewährten Spot, der im Winter oder zeitigen Frühjahr immer mal wieder den ein oder anderen Fisch hervorgebracht hat, eine kleine Futterstelle aufgebaut. Und das, obwohl ich eigentlich die Chance gehabt hätte, es besser zu machen. Denn an einem anderen Teil des Gewässers hatte ich fast zeitgleich einen (zumindest vermeintlichen) Karpfen-Kontakt mit der Spinnrute. Der langen Rede kurzer Sinn, es kam, wie es kommen musste, die Futterstelle brachte zunächst keinen einzigen Biss.
Dafür entdeckte ich, als ich einen kleinen Erkundungsrundgang entlang des Ufers machte, in einem Bereich vereinzelt aufsteigenden Bläschen, die ich gefühlsmäßig gründelnden Fischen zuschrieb – es war genau der Bereich, an dem ich eine Woche zuvor mit der Spinnrute unterwegs war….

Und seit ich nun seit ein paar Wochen mit meinem „neuen“ T4 quasi ein fahrbares Zelt habe, sind auch ultrakurze und vor allem spontane Nächte möglich – und dies nutzte ich auch gleich aus.

t4_mit_haenger    schlafplatz

Am Wasser angekommen, war es schon stockdunkel. Nichtsdestotrotz ließ ich mir viel Zeit, um alles genauestens und penibel zu machen. Das Futter wurde abermals mit einigen „Spezialzutaten“ verfeinert, die Montage perfekt austariert und anschließend die Köder punktgenau jeweils an kleinen, unscheinbaren Kanten abgelegt. Spärlich das stark lösliche und geruchsintensive Futter drum herum verstreut, fertig waren die Fallen.
Und was soll ich sagen, ich hatte ein verdammt gutes Gefühl, und das, obwohl dort nicht vorgefüttert war, und auch meine Köder keine anderen waren als sonst. Der Platz war es, der mir dieses Vertrauen gab. Im Schein der Kopflampe konnte ich etliche Kleinfische an der Oberfläche ausmachen, was mir bescheinigte, hier richtig zu sein.
Kurz vor 23 Uhr war es endlich soweit:
Der rechte Delkim kreischte los! Als ich an der Rute war, erst einmal Ernüchterung, war doch ein Schwan unmittelbar in der Nähe meiner Rutenspitze – doch nichts da, die Schnur lief weiter von der Rolle, obwohl sich das Federvieh nicht bewegte! Fisch! Ich war im Spiel, das erste Mal in diesem Jahr – und wie jedes Jahr zu Saisonbeginn, der erste Drill ist einfach etwas besonderes, man will ja keinen Fehler machen und drillt besonders behutsam – als er dann endlich im Kescher war, fiel mir ein kleiner Stein vom Herzen, geschafft! 13 Pfund sollte der Schuppenkarpfen schließlich auf die Waage bringen.

ME-schuppi-13pf-120211

Natürlich wurde die Rute anschließend wieder exakt am gleichen Platz abgelegt und nur sehr spärlich weiteres Futter eingebracht. Irgendwann gegen 3 Uhr war es wieder diese Rute, die einen leichten Fallbiss produzierte, vermutlich ein Schnurschwimmer oder Weißfisch. Ich wollte die Sache nicht auf sich beruhen lassen und legte hochmotiviert auf ein Neues aus. Es sollte sich bezahlt machen, kurz nach 7 Uhr war es wieder der Bissanzeiger der rechten Rute, der mir einen Vollrun signalisierte. Yes!
Diesmal sträubte sich mein Gegenüber um einiges mehr und hätte es um Haaresbreite fast geschafft, unter überhängendes Astwerk zu flüchten. Doch auch dieser Drill ging gut für mich aus, und ein 17 Pfund Schuppi in herrlichster Winterfärbung durfte meinen Kescher von innen begutachten.

ME-schuppi-17pf-130211

vorschau-pic    winterfaerbung

Es hatte sich also wahrlich bestätigt, wer mit offenen Augen ein Gewässer beobachtet, hat gute Chancen mehr zu fangen, als wenn man nur stur auf altbekannte Verhaltensmuster setzt – denn Location ist und bleibt einfach das A und O des Erfolgs!
Inzwischen war es schon fast 8 Uhr, ich legte mich nicht mehr wieder hin, genoss trotz der Kälte noch 1 Stunde neben den Ruten und machte mich dann zeitig auf den Heimweg. Sehr zufrieden, wie ihr euch sicherlich denken könnt 😉

Die Saison hat begonnen!

Martin (MEcarphunter)

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