Kurzvorstellung: Imperial Baits iBoat 260

Für mich persönlich ist ein „eigenes“ Schlauchboot seit dem Erwerb unserer kleinen 180er Zeepter unerlässlich geworden- ich denke, es gibt wenige Ausrüstungsteile im Equipment eines Karpfenanglers, die so maßgebend über Fang oder Nichtfang entscheiden. Im Laufe der Jahre ist mein „kleines“ Zeepter fast ein bisschen „zu klein“ geworden- zwei Kinder sowie die Tatsache, einen Fisch im Boot versorgen zu können, haben mich dazu gebracht, mich auf dem Markt umzuschauen. Am Ende bin ich beim 260er iBoat gelandet- warum will ich im Folgenden kurz beleuchten…
Wer sich also in den Dschungel der Schlauchbootangebote wagt, wird schnell feststellen, dass man sich verlaufen kann. Das Wichtigste ist deshalb, sich zu informieren, und vor allem, sich Zeit zu lassen. Man sollte sich im Klaren sein, was man will, und dabei im Idealfall finanzielle Betrachtungsweisen im Hintergrund lassen: Mal ehrlich, was nutzt es einem, wenn ein Boot 200 Euro billiger ist, aber dann den Zweck nicht richtig erfüllt? Da warte ich dann doch lieber ein paar Wochen oder Monate länger mit der Anschaffung, bevor ich nach einem oder zwei Monaten Nutzung an Grenzen stoße…

Folgende Kriterien hatte ich für mich aufgestellt:

1. Ausreichend Platz
2. Solide Verarbeitung
3. Möglichst geringes Gewicht, um das Boot auch noch alleine über Steinpackungen sicher handeln zu können.
4. Luftkiel für Fahrstabilität bei Einsatz eines Motors.
5. Gedeckte Farbgebung
6. Fester Heckspiegel
7. Mindestens 10, besser 15 PS motorisierbar

Die Marke war mir genauso egal wie der Preis, und so ging es munter an den Vergleich verschiedenster Hersteller und Modelle.
Nach langer Suche und einigem Hin- und Her fiel die Entscheidung dann „pro iBoat“. Hauptsächlich das Verhältnis „Gewicht zu Ladefläche“ haben mich dazu gebracht. Bin ich da vielleicht auf etwas „reingefallen“? Die angegebenen „32.5kg plus Sitzbank plus Paddel“ sind in meinen Augen zwar realistisch- am Ende ist die Angabe des Gewichts im nicht fahrbereiten Zustand für mich aber ein bisschen „Effekthascherei“, hat dieser Wert doch für die Praxis keine Aussagekraft. Addiert man die geschätzten 5-7kg für die beiden Paddel und die Sitzbank wieder dazu, ist man auch wieder bei ca 40kg und damit in bzw. Nah dran an der Gewichtsregion der anderen Boot im Vergleich.
Weil ich gerade schon beim Rumkritisieren bin: Warum man als zahlender Kunde mit dem „Max Nollert“- Logo auf dem Bug rumfahren muss, weiß ich nicht. Die iBoats der aktuellen Generation kommen weiterhin noch mit einem bunten Logo, Gott sei Dank hatte ich Glück, dass man bei meinem noch ein schwarzes verwendet hat. Das ist (m)ein Angelboot und keine Werbebande!

Kommen wir aber nun zu den ersten Eindrücken:
– Verarbeitung: Blitzsauber- sofern für mich als Laien erkennbar
– Ausstattung: REICHLICHST. Nicht nur, dass man einen Bootsfender zum Boot erhält, es ist auch ENDLICH MAL EINE ORDENTLICHE PUMPE dabei. Allroundmarin und Zeepter haben das nicht geschafft, zumindest in den Jahren bis 2011 als wir uns dort bootsmässig ausgestattet haben.
Ansonsten sind viele der Dinge, die im iBoat zum Einsatz kommt, gut umgesetzter Standard.

Auch ein iBoat hat Halkey-Roberts-Ventile, eine Sitzbank aus Alu (!) mit bequemer Polsterung, der Hochdruckboden wird von zwei im Vergleich zu Zeepter und Allroundmarin relativ „breiten“ Querbrettern unterstützt. Ich weiß (noch) nicht, aus welchem Material diese sind: Könnte beschichtetes Holz oder ein Kunststoffkompound sein, welches vielleicht nicht mit den Jahren in Feuchtigkeit morsch wird?


Achja, eine ganze Dose „BPS“ aus dem Hause Imperial Baits bekommt man auch noch dazu. Damit kann man die Sitzbank dann schön gleitfähig machen. Diese kann man beim iBoat auch im voll aufgepumpten Zustand relativ gut mit einer Hand „einstellen“, so dass man sich sogar mit der Sitzbank an die jeweilige Angelsituation anpassen kann.

 

Die Ruderdollen werden in den Beschreibungen des iBoats als das bisher „einzige noch nicht kopierte Feature“ bezeichnet. Die Teile sind aus Edelstahl und damit sozusagen „unzerstörbar“. Nun haben wir seit 2008 Boote von Allroundmarin und Zeepter im Einsatz, bei denen noch nie irgendwas mit den Ruderdollen war. Vielleicht ist das ja der Grund, warum noch niemand den Bedarf sah, die Edelstahl-Lagerung zu kopieren ;).
Nichts desto trotz, es ist ein beruhigendes Gefühl, zu wissen, dass man sich auf seinen Kram verlassen kann…

-Handling:
Für mich als bisherigen Nutzer eines 1.8m Zeepter war das Tragen eines 2.60m-Bootes mit „Überbreite“ eine Umstellung, das muss ich zugeben. Natürlich ist ein größeres Boot anders zu handeln als unsere kleinen Nussschalen. Am Ende komme ich aber mit dem iBoat bei geringfügig mehr Anstrengung mittlerweile auch gut zurecht- ich muss aber auch sagen, dass ich froh bin, nicht das. 3.2m gekauft zu haben, das wäre dann basierend auf den 260er- Eindrücken definitiv „too much“. Die zahlreich am Boot verbauten Handgriffe erleichtern den Transport vom Hänger zum Wasser und runden das gelungene Gesamtkonzept des Bootes schlüssig ab.

Auf dem Wasser lässt sich das iBoat super Fortbewegen. Richtungswechsel lassen sich gut bewerkstelligen, sowohl gerudert als auch motorisiert, und die Spurtreue ist natürlich auch spürbar besser als bei meinem kleinen Zeepter ohne Luftkiel. Alles andere hätte mich auch gewundert, und hätte im Vergleich zu Zeepter und Allroundmarin, die ebenfalls gut zu handeln sind, für „Abstriche“ gesorgt.

Vorläufiges Fazit:
Man mag von Max Nollert und seiner Firma „Imperial Baits“ halten was man will. Das vielleicht etwas überzogene Selbstverständnis mündet teilweise in einem Marketing, welches Leute wie mich, denen es ums Angeln und nicht um das Zurschaustellen geht, mit einem Kopfschütteln zurücklässt.
Trotzdem lässt sich nicht Leugnen, dass die Anregungen für dieses Boot einfach aus der Praxis kommen- und für mich kommt es nur darauf an.
Hier sind bei der Konzeptionierung Leute am Werk gewesen, die wissen, worauf es im, am und auf dem Wasser ankommt- insofern ist ein agressives Marketing dann vielleicht der nächste logische Schritt, die Ideen und Produkte auch tatsächlich verkauft zu bekommen (Leider kann man ja von guten Ideen alleine nicht „abbeissen“ :)). Mir gefallen Firmen, die ihr eigenes Ding machen. Imperial Baits gehört bei den Schlauchbooten definitiv dazu.
Fakt ist: Ich bin aktuell nach etwas mehr als zweimonatiger Nutzung sehr zufrieden und glücklich mit dem Boot. Meine Erwartungen werden bzw. wurden durchweg mindestens erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen. Das bezieht sich vor allem auch auf das Platzangebot, wenn meine zwei Sprösslinge mit an Board sind. Das iBoat ist aktuell für mich ein Boot, das für alle Anwendungen ausreichen KÖNNTE: Für kurze Übernachtungsaktionen und zum gelegentlichen Anfüttern ohne Angeln ist es gerade noch leicht und „schnell“ genug zu handeln, und für längere Aktionen KÖNNTE es genug Platz für mein Gerödel bieten- der Beweis dafür steht allerdings noch aus…
Preislich positionieren sich die iBoats ja etwas über dem Marktdurchschnitt. Wer sich die Feaure-Liste anschaut, und in Betracht zieht, was man da „Herzblut“ investiert hat, kann das sicherlich auch nachvollziehen. Wer bares Geld sparen will, kann sich mit mehreren Kollegen zusammentun, und/oder auf Rabattaktionen im „Winterhalbjahr“ spekulieren. Die Boot sind gebraucht kaum zu bekommen, was ich so gesehen habe- auch das spricht für die „iBoats“…

CarpX

CarpX

Karpfenangler, Mechatronik- Ingenieur und Computerbegeisterter. Manchmal etwas cholerisch, meist aber lieb und umgänglich ;)

Kommentare (4) Schreibe einen Kommentar

  1. Avatar

    Habe das iBoat 160 seit 4 Jahre sehr wenig genutzt und es löst sich bereits auf. Die Ruderhalterungen lösen sich vom Bootskörper. Meine Reklamation beim Max ergab: Garantie ist abgelaufen und ich soll ein Neues kaufen! Ich habe es jetzt von der Fa. Hostra reparieren lassen. Der Techniker hat mir von dieser Marke abgeraten, sehr überteuert und Minderwertig!

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    • CarpX

      Hallo Oliver,
      das ist natürlich sehr schade, wenn man nach vier Jahren Nutzung bei einem Boot für mehr als 400 Euro so eine Aussage bekommt. Da ist es schon fast egal, ob man das Boot viel oder wenig benutzt hat…
      Ich hatte auch mal für ein paar Tage leihweise ein iBoat 160 von Hansi im Einsatz. Die Idee war, das Boot im Bus lassen zu können, um beim Anfüttern einfach noch zielgerichteter unterwegs sein zu können. Ganz ehrlich, ich würde das Ding nicht als „Boot“ bezeichnen. Eine Person mit einer Größe von knapp 1.90 hat Probleme sich da reinzufalten, es ist extrem kippelig. Mit einem Futtereimer wird die ganze Situation noch verschärft…
      Ich empfinde es als gefährlich, was von seiten Imperial da an Marketing in diese Richtung betrieben wird:
      Erstens ist es eine Farce, diesen getunten Schwimmring als „Boot“ zu verkaufen.
      Zweitens ist es vom Hersteller fahrlässig, Fotos zu veröffentlichen in denen stehend in voller Montur im „iBoat“ 160 ein Fisch gedrillt wird.
      Hansi hat das Boot nach einigen Monaten auch wieder verkauft, weil es ihm zu unsicher und gefährlich war…
      Mit den „normalen“ iBoats hat das 160er meiner Meinung nach nichts zu tun, ich würde deshalb von der Verarbeitungsqualität eines 160er nicht auf die „großen und richtigen“ Boote schließen wollen. Mein 260er hat mit mir jetzt die zweite Saison unbeschädigt überstanden. Konkret bedeutet das 60 -70 Nächte, in denen das Schiffchen im Aktiven Einsatz war (dabei habe ich es ja auf dem Anhänger fast immer), plus nochmal ein paar Einsätze für ein paar Stunden Bootfahren und Echoloten mit den Kids…
      Ich kann mich bisher wirklich nicht beklagen. Ich habe vielmehr den Eindruck, hier ein wertiges, durchdachtes Produkt zu haben, dass wirklich seinen Zweck erfüllt. Es hält die Luft, nahm ein paar Misshandlungen an der Steinpackung der Donau nicht übel und hat in all den Einsätzen keine Beschädigungen davongetragen.
      Der Preis ist eine andere Sache: Überteuert sind die iBoats erstmal. In Relation mit dem Zubehör und wenn man auf ein paar Prozentaktionen schaut (am Black-Friday gabs z.B. -20% bei Imperial- auch für Boote) relativiert sich das aber schnell…

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  2. Avatar

    Für mich gibt es in der Donau nix wichtigeres als eine Futterkelle, wichtiger als jedes Schlauchboot 🙂 und völlig ausreichend

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